Ich bekomme jeden Montag einen kleinen Bericht von meinem Handy: In der vergangenen Woche warst du soundsoviele Stunden online und hast vor allem diese drei Apps benutzt. Wenn ich ehrlich bin, erschrecke ich mich schon manchmal über die viele Zeit, die ich sinnlos an meinem Smartphone verbringe. Dabei kann die Handynutzung auch sehr gut für die Gesundheit sein, wenn man das richtige Angebot aussucht.
Krankenkassen bezahlen kostenpflichtige Apps
Schritte und Kalorien hast du vielleicht auch schon per App gezählt oder deinen Schlaf überwacht. Hierzu gibt es viele kostenlose Angebote. Wer tiefergehende Gesundheitshelfer sucht, muss meistens Geld dafür bezahlen, die Summen reichen von einigen Cent bis zu mehreren Hundert Euro im Jahr.
Eine Alternative können Gesundheitsapps sein, die als Medizinprodukt anerkannt sind, weil sie zum Beispiel bei der Behandlung von Krankheiten oder der Überwachung gesundheitlicher Probleme unterstützen. Man nennt sie auch DiGA, das ist die Abkürzung für Digitale Gesundheitsanwendung.
Eine Liste gibt es beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte https://www.diga-verzeichnis.de/
Bis eine App auf dieser Liste landet, muss sie ein Prüfverfahren durchlaufen, ihr Nutzen muss nachgewiesen werden und die Anwendung muss für die Patienten sicher sein. Es gibt viele verschiedene Bereiche, in denen die Apps genutzt werden können, das reicht von psychischen Erkrankungen, wie Angststörungen oder Depressionen, über Rückenschmerzen bis hin zu Herzerkrankungen.
Du hast zwei Möglichkeiten, eine App auf Rezept zu bekommen:
- Deine Ärztin oder Therapeutin kann sie dir verordnen. Dafür wird ein gängiges rosafarbenes Kassenrezept ausgestellt, das du bei deiner Krankenkasse einreichst. Manchmal benötigt man noch zusätzliches Equipment, das muss dann ebenfalls auf dem Rezept stehen.
- Du kannst die App auch direkt bei der Krankenkasse beantragen. Dazu suchst du dir in der DiGA-Liste eine passende App aus und reichst den Namen zusammen mit einem Dokument ein, auf dem deine Diagnose steht. Das kann zum Beispiel ein Arztbrief sein.
Die Krankenkassen übernehmen die Kosten, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht und keine gesundheitlichen Gründe gegen die App-Nutzung sprechen. Wenn die Kostenübernahme geklärt ist, erhältst du in der Regel einen Freischaltcode, mit dem du die App kostenlos herunterladen kannst.
Eine Liste aller zur Verfügung stehenden Apps gibt es beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte. Ich habe sie dir HIER verlinkt.
Nicht alle Gesundheitsapps sind geeignet
Mit den oben beschriebenen, geprüften Apps bist du auf der sicheren Seite. Der Markt an Gesundheitsapps ist aber riesengroß und viele – auch nicht seriöse Anbieter – möchten daran mitverdienen. Deshalb möchte ich dich ermuntern, genau hinzuschauen, was du dir herunterlädst, denn es gibt keine einheitlichen Qualitätskriterien für das, was du im App-Store findest. Es ist nicht mal sicher, dass die Informationen stimmen, die dir in einer App angezeigt werden, oft ist der Nutzen einer Anwendung nicht belegt und schlimmstenfalls kann bei falscher Handhabung sogar Schaden angerichtet werden. Kritisch sieht es häufig auch mit dem Datenschutz aus – überleg dir also gut, wem du sensible Gesundheitsdaten anvertrauen willst. Manche kostenlosen Apps finanzieren sich zum Beispiel dadurch, dass sie mit Daten handeln.
Diese Fragen können dir eine erste Hilfestellung geben:
Was soll die App leisten und stimmen die versprochenen Funktionen mit der Realität überein?
Wer steckt hinter der App? Ein anerkanntes Institut, ein Arzt oder ein Unternehmen oder jemand ohne medizinischen Hintergrund?
Werden die Informationen regelmäßig aktualisiert?
Sind die Inhalte ausgewogen?
Wie wird die App finanziert? Werbung oder vielleicht Sponsoren, deren Ziel es ist, weitere Medizinprodukte zu verkaufen?
Sind die Ratschläge, die du bekommst logisch und verständlich?
Entsprechen die gemessenen Werte den Ergebnissen beim Arzt?
Will die App auf dein Adressbuch zugreifen? (Dafür gibt’s bei einer Medizinapp eigentlich keine Notwendigkeit)
Solltest du noch Fragen haben, melde Dich gerne über das Kontaktformular.
