Achtsamkeit ist mehr als ein Trend. Entdecke was wirklich dahintersteckt.

Achtsam leben, achtsam abnehmen, achtsam morden….Wo Achtsamkeit draufsteht, ist der Verkaufserfolg garantiert. Kaum ein Wort liegt so im Trend – und das erstaunlicherweise schon seit Jahren. Aber was ist das überhaupt, Achtsamkeit? In diesem Artikel machen wir uns auf die Suche nach den Hintergründen.

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit ist keine Lehre, keine Religion, kein Kursprogramm, sondern eine Lebenseinstellung. Wenn wir nach einem Ursprung suchen, werden wir am ehesten im Buddhismus fündig. In den 1960er Jahre ist die Idee im Westen angekommen und wird seither auch bei uns immer populärer.

Wer achtsam lebt, richtet seine Aufmerksamkeit auf

  • Geist
  • Gefühle
  • Empfindungen
  • Körper

Achtsamkeit ist eine Form der Meditation, die in jede Alltagshandlung eingebunden werden kann. Man kann jede noch so alltägliche Aufgabe mit Achtsamkeit erledigen. Es geht darum, den aktuellen Moment bewusst wahrzunehmen und mit allen Sinnen bei dem zu sein, was man gerade tut.

Nehmen wir als Beispiel doch mal das Kochen. Natürlich kannst du nebenbei noch tausend andere Sachen machen: telefonieren, To-do-Listen schreiben, einen Podcast hören. Damit wird das Kochen vermutlich zu einer eher lästigen Aufgabe, die gemacht werden muss und du fühlst dich vermutlich ziemlich gestresst. Achtsam ist es, alles andere wegzulassen und mit den Gedanken nur bei der tatsächlichen Tätigkeit zu bleiben. Wie fühlt es sich an, mit dem Messer durch die Karotte zu fahren? Wie riecht der Fenchel? Wie sieht der bunte Gemüsemix aus, der in der Pfanne landet? So kann das Kochen zu einem Moment des Abschaltens, des bei sich seins werden. Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Wie gesagt, man kann aus jeder Aufgabe eine Achtsamkeitsübung machen, wenn man sich darauf einlässt.

Sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, gibt dir die Möglichkeit mehr über dich, deinen Körper und deine Gefühle zu erfahren. Mit Achtsamkeit gelingt es:

  • Gefühle wahrzunehmen ohne sie zu bewerten
  • Ein Leben in voller Präsenz zu führen
  • Den Alltag zu entschleunigen
  • Eine bessere Selbstwahrnehmung zu erreichen

Viele Sorgen, Ängste und Unsicherheiten haben mit der Zukunft oder mit der Vergangenheit zu tun. Wir grübeln über Dinge nach, die mit der Arbeit oder einem zurückliegenden Streit zu tun haben oder wir fürchten uns vor Prüfungen oder Terminen, die noch vor uns liegen. Der Augenblick, in dem wir gerade sind, birgt in den seltensten Fällen etwas Unangenehmes. Von daher kann es sehr entlastend und beruhigend sein, sich mal nur mit dem, was jetzt gerade ist, zu beschäftigen. Dabei Gefühle zu entdecken ist völlig okay und sogar erwünscht. Nur bewerten solltest du die Gefühle nicht. Nimm sie hin wie sie sind, akzeptiere, dass sie da sind und lass es damit gut sein. Es ist in Ordnung traurig, wütend oder glücklich zu sein.

Was wird durch Achtsamkeit gefördert?

Dadurch, dass du dich auf das Hier und Jetzt fokussierst, kannst du eine ganze Menge erreichen. Ich fasse es dir hier einmal kurz zusammen:

  • Bewusstes Wahrnehmen des eigenen Körpers
  • Rechtzeitiges Erkennen von körperlichen/psychischen Signalen
  • Bewusste Wahrnehmung des aktuellen Moments (Umgebung, Geräusche, Gerüche, Menschen)
  • Bewusster Einsatz der Sinne (hören, riechen, sehen…)
  • Gedankliche Fokussierung auf den momentanen Augenblick
  • Positive Grundhaltung
  • Wertungsfreiheit
  • Aufmerksamkeitsausrichtung auf Gedanken und Gefühle und deren Beobachtung
  • Würdigung der Gedanken, Befindlichkeit, Sinneswahrnehmung

Falls du dich fragst, wie du deine ganzen Aufgaben schaffen sollst, wenn du nicht mehr mehrere Dinge gleichzeitig machen darfst, kann ich dir nur den Tipp geben, es mal auszuprobieren. Wenn du dir regelmäßige Auszeiten gönnst, wirst du feststellen, dass du mehr Energie für alles andere hast, was noch ansteht. Die Fokussierung auf das Hier und Jetzt hilft auch dabei, das Gedankenkreisen abzustellen, so dass du dich besser auf das, was jetzt gerade wichtig ist, konzentrieren kannst. Und niemand erwartet von dir, dass du vom aufstehen bis zum schlafen gehen achtsam bist. Am leichtesten fällt es dir wahrscheinlich, wenn du dir einzelne Momente herauspickst.

Versuch doch morgen, wenn du duschen gehst, mal anzufangen. Wie fühlt sich das Wasser auf der Haut an? Wie warm oder kalt ist es? Wie feucht ist die Luft die du einatmest? Wie riecht das Duschgel und wie fühlt es sich an? – Einmal mal die Dusche mit allen Sinnen wahrnehmen, statt schon zu überlegen, was am Tag alles zu tun ist.

Die Säulen der Achtsamkeit

Gerne möchten wir dir noch die Grundpfeiler der Achtsamkeit etwas näherbringen.

  1. Neutralität gegenüber Negativem

Wir beobachten und bewerten eigentlich immer. „Was hat die denn für ein hässliches Kleid an?“; „Der hat aber heute nicht so freundlich gegrüßt wie sonst.“; „Die Brötchen haben bei dem Bäcker auch schon mal besser geschmeckt.“ Meistens bringt Bewerten eine negative Grundstimmung mit, deshalb sollte wer achtsam leben möchte, versuchen neutral zu sein. Das gilt auch für negative Gefühle. Je mehr Aufmerksamkeit wir ihnen geben, umso mehr Raum bekommen sie. Also lieber hinnehmen und akzeptieren, dass man gerade aufgeregt, verärgert oder genervt ist. Das ist dann eben gerade so und hört auch wieder auf.

  • Geduld

Geduldig sein erspart uns Stress. Der Bus kommt nicht schneller, wenn du alle zehn Sekunden auf die Uhr schaust und auch der Stau wird nicht kürzer, wenn du dich aufregst. Also einfach hinnehmen und das beste draus machen. Die Gelegenheit nutzen, um mal durchzuatmen, ein Buch aus der Tasche zu holen oder die Lieblingsmusik zu hören.

  • Anfängergeist

Hier kannst du dir ein Beispiel an Kindern nehmen. Die entdecken überall etwas Neues. Also schau ruhig mal nach rechts und links, lass deine Gedanken schweifen, statt nur das Ziel vor Augen zu haben. Das macht frei für neue Erfahrungen.

  • Vertrauen in uns selbst

Glaub daran, dass alles gut wird. Hab Vertrauen, dass du Dinge schaffen kannst und verlass dich auf deinen Körper und dein Tun. Es ist nicht nötig, anderen zu gefallen, kümmere dich mal vorrangig darum, was gut für dich ist.

  • Absichtslosigkeit

Man muss nicht immer ein Ziel erreichen, manchmal ist auch einfach nur der Weg das Ziel. Sei also bitte nicht immer ergebnisorientiert. Auf ein Ereignis X hinzuplanen ist wichtig, aber du darfst dich auch mal davon frei machen. Nichtstun ist manchmal völlig in Ordnung und erfordert kein schlechtes Gewissen.

  • Akzeptanz

Dinge hinzunehmen, die du nicht ändern kannst, erspart unnötigen Stress und du läufst nicht Gefahr zu Dramatisieren und dich hineinzusteigern.

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