Buchtipp: Frauengesundheit neu gedacht – zielgerichtete Behandlung von weiblichen Beschwerden

Heute habe ich mal einen Buchtipp für dich. Ich halte dieses Buch für sehr wichtig, deshalb möchte ich es dir in Kooperation mit dem Buchblog meinding.blog vorstellen.

Darum geht’s

Medizin wird nicht für Frauen gemacht, sie ist auch nicht geschlechtsneutral, sondern für Männerkörper entwickelt. Krankheiten machen sich bei Frauen anders bemerkbar und werden oft nicht erkannt, weil sich die Forschung an männlichen Symptomen orientiert. Das kann lebensbedrohlich werden, wenn eine Frau sich beispielsweise unwohl fühlt und über Übelkeit klagt und niemand bemerkt, dass sie einen Herzinfarkt hat.

Aufgrund der Hormonlage, des Körperbaus, des Stoffwechsels etc vertragen Frauen auch Medikamente anders. Das kann Nebenwirkungen verursachen, die nur bei ihnen auftreten oder dafür sorgen, dass die Wirkung nicht so ist, wie erwartet.

Michaela Döll ist Diplom-Biologin, Professorin für Lebensmittelchemie und hat viele Jahre in der pharmazeutischen Forschung gearbeitet. Jahrzehntelang war ihr Schwerpunktthema die Vitalstoffmedizin.

In diesem Buch nimmt sie sich den ganzen Körper vor und zeigt die Unterschiede auf.

Die Unterschiede von Kopf bis Fuß

Es ist ein umfassender und sehr interessanter Blick, den Döll auf den weiblichen Organismus wirft. Ihre Erkenntnisse sind fachlich fundiert und von zahlreichen Studien untermauert. Trotzdem ist das Buch auch für medizinische Laien gut verständlich. Ihre Themen sind unter anderem Stoffwechsel/Entgiftung, Herz, Diabetes, Wechseljahre, Gewichtsmanagement, Verdauung, Blase, Kopfschmerzen. Mich hat vor allem das Kapitel über Frauen und Arzneimittel interessiert. Mit den körperlichen Unterschieden habe ich mich bereits vor geraumer Zeit in einem Blogbeitrag beschäftigt, den Du gerne HIER noch einmal nachlesen kannst.

Nehmen wir als Beispiel den Herzinfarkt. Das Bild ist doch noch immer: Der Herzinfarkt trifft den erfolgreichen, gestressten Manager in den besten Jahren. Von wegen. Auch viele Frauen sterben am Herzinfarkt, sie sind damit nur ein Jahrzehnt später dran als Männer. Die Statistik sagt, es sterben mehr Frauen am Herzinfarkt als an Brustkrebs. Bis zu den Wechseljahren haben wir unsere Herzprobleme gut im Griff. Nach der hormonellen Umstellung funktionieren unsere Schutzmechanismen nicht mehr so gut und wir ziehen mit den Männern gleich. Allerdings mit dem lebensbedrohlichen Nachteil, dass der Herzinfarkt bei uns meist erst spät erkannt wird. Frauen werden 30 bis 40 Minuten später ins Krankenhaus eingeliefert – eine Zeitspanne, die entscheidend sein kann. 

Der Herzinfarkt ist nur eines von vielen Beispiel, die Manuela Dölle aufgreift. Sie ist dabei sehr konkret und erklärt die Folgen des großen Geschlechterunterschieds sehr verständlich. Dieses Buch hilft dabei, den eigenen (Frauen-)Körper besser zu verstehen und zu begreifen, warum bei uns Krankheiten anders verlaufen als bei unserem Partner und mit Blick auf welche Erkrankungen wir uns anders verhalten sollten, um uns zu schützen.

Und vielleicht klappt es nach der Lektüre in einer gefährlichen Gesundheitssituation zu erkennen, dass vielleicht doch eine andere Erkrankung dahintersteckt, auch wenn die Symptome nicht denen im Lehrbuch entsprechen.

Eine spannende und zugleich erschreckende Lektüre, die ich dir gerne ans Herz legen möchte.

Prof. Dr. Michaela Döll: Frauengesundheit geht anders, 22 Euro, ISBN978-3-86731-297-4

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